10.04.2005
STALIN der Schreckliche b e t e t e !

Wunder, oh Wunder ! STALIN, der größte Menschenschlächter aller Zeiten,  Kremltyrann und Herr über den Gulag, betete stets! Seltenheitswert im Kreml? Keineswegs! Iwan der Schreckliche erschlug auch erst seinen Sohn und vergrub sich dann ins Gebet.

„Der Kreml“ – im Herzen Rußlands. Eine Dokumentation im ARD am 28.3.05 brachte es an den Tag!

Die untersten Schichten des Kreml reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Seit damals fanden dort Siegesparaden, blutige Aufstände, prunkvolle Krönungszeremonien  und feierliche Staatsbegräbnisse statt. Wer denkt dabei nicht unweigerlich an die finsteren Gemäuer mit Iwan den Schrecklichen. Die meisten Gebäude dieses riesigen Komplexes bleiben den Besuchern verschlossen. Erstmals durfte der NDR – in Zusammenarbeit mit dem russischen Sender Channel 1, France 2 und dem ORF – bislang geheime Bereiche besuchen und Mitarbeiter befragen. Kurzum: eine der aufwendigsten Dokumentationen, die der NDR bslang hergestellt hat.

Erstmals durften Gärtner und elektrischer Strippenzieher, Putzfrau und Serviermädchen, Koch und Kaltmamsel, glatzköpfiger Kremlgardist samt Mamuschka und - der 80jährige Leibwächter Stalins aus der Schule, pardon, aus dem Kreml plaudern, ohne Kopf und Kragen zu riskieren. Grace à la démocratie putinesque en Russie ! Der Bodyguard wich seinem vergötterten Herrn und Meister nie von der Seite und folgte ihm auf Schritt und Tritt, selbst auf Jalta – auf dem Photo gemeinsam mit dem fatalen „unconditional surrender“-Trio Churchill, Stalin und dem schon leichenblassen F.D.R. –  wie man sah und hörte „mit entsichertem Gewehr“. Für ihn ist Stalin der Schreckliche natürlich der Heilige. Beileibe kein Wunder,  mußte er ihm doch immerwieder die Kapelle aufschließen. Wie bitte???

Ja, toll, der Stalin betete! Jedesmal auf seinem Weg in den Kinosaal, wo Stalin sich Filme vorführen ließ,  machte er Halt an der Privatkapelle der Romanows. „Die Gitter ließ er sich aufschließen, ging hinein, legte seine Hände auf die Hlg. Bücher und kniete vor der Ikonenwand nieder“.

Die Welt und die roten Rotsternanbeter erwarten die Moskauer Heiligsprechung ! Wie für seine verhaßten Opfer, die Zarenfamilie, schon geschehen.  Nach einem uralten Moskauer Gerücht, daß „Väterchen Stalin“ kurz vor seinem Tod den Patriarchen herbeikommandierte, wozu wohl? Zum Entrümpeln der Seele!  Schon der ätzendscharfe Dauerzyniker Voltaire fiel kurz vor seinem letzten Schnauferl in das Seelenbad der hlg. Beichte. Standen nicht Patriarchen wie Bischöfe usw. in den mörderischen Zeiten auf Stalins Gehaltsliste, da sind noch ein paar Rechnungen über’s Grab hinaus offen. Im orthodoxen Priesterseminar in Tiflis / Georgien hatte ihr hoffnungsvoller Aspirant für’s Popenamt Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili  in jungen Jahren studiert und fühlte sich später im Obligo. Nur nebenberuflich ging er seinerzeit seinen konspirativen Geschäften nach, bis er total ins Revolutionsgeschäft abdriftete, um (keinen orangenen oder bunten, sondern) blutroten Umsturz zu fabrizieren. 

Warum nicht auch als Menschheitsgeißel beten?! Unausrottbare Wurzeln werden in der Jugend gelegt, wie jeder Psychologe weiß. Gründe genug dazu hatte er wahrlich:  vom hekatombenfachen Morden und Meucheln des eigenen Volkes – die anderen  garnicht mitgezählt - bis zum Desaster mit seinem – beim tabuisierten Viktor Suworow „Der Eisbrecher“ – geschilderten Angriffsplan gegen Deutschland, was ihm und seinem Volk den „Großen Vaterländischen Krieg“ bescherte und ihn schnell manchen Kirchenfrevel bedauern ließ. War ja auch übel vom Schicksal erwischt und im Griff des Nervenzusammenbruchs. Seine ahnungslosen Rotarmisten lagen wie Ölsardinen gepfercht schutzlos auf freiem Feld kampierend und damit Opfer jeder deutschen Artilleriesalve! Was sagte mir ein befreundeter Offizier über den Einmarschtag? Unter all den verwesenden Leichen konnten wir kaum schnaufen beim Essenfassen. Der Adolf kam ihm mit seinem „Überfall“ drei Monate zu früh, ohne die Ernte abzuwarten, aber die eigene Ernte in die Scheuer zu fahren.

Ist schon frappant: auch der Adolf träumte als Internatsschüler im Benediktinerstift Lambach dessen Abt später einmal zu werden – zu dessen Wappen, Ironie des Schicksals, das linksgewendete Kreuz mit Haken gehörte. Als GröFaZ faselte und phantasierte er ständig von der „Vorsehung“, die ihn auserkoren habe. Für den Brand des Zweiten Weltkriegs spielten zwei vom Wege abgekommene Christen den sichtbaren Part auf der Weltenbühne. Beide als Youngsters nach heutigem Slang vielversprechend aufgestellt, bis sie der Teufel ritt – oder wer sollte es sonst sein? Preisfrage! Ein teuflischer Tourn-around. Der aufgeklärte Humanismus blieb total auf der Strecke!

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