Litfin wieder in Kriminalfall verwickelt

 

Schon wieder kriminelles Milieu -  klar, denn Litfin war nicht nur Strafverteidiger, sondern auch schon Kronzeuge der Anklage gegen die Maffia – welche wohl ??

Der ZDF-Film „L i t f i n s  T o d “ in der Reihe „Der Alte“ (siehe Medienstimmen) kann nur das FH-Milieu gemeint haben  ?

Für Insider keine Frage ! 

Doch diesmal ist es Weltliteratur, na, jedenfalls ein Hit in Deutschland und vielen anderen Ländern. Ehrlich: die FAZ ist mein Zeuge!
Eine Leiche  findet sich auf seinem Grundstück - wo ? Nach seiner Pensionierung ... in den Dolomiten ! Nicht in Florida, wie man bei "Professor Florida" vermuten müsste, obwohl die USA nach der Definition des Aussensteuergesetzes eine Steueroase sind, was die Taube Nuss gen. Eichel garnicht zu sagen wagt! „NOBILTA– Commissario Brunettis siebter Fall“ein Krimiroman, von Donna Leon.

Wieder hat mich ein Schriftsteller unter die Lupe genommen! Die Romane dieser Amerikanerin, die schon in Ländern wie China  Iran, Saudi-Arabien und letztlich wieder Italien arbeitete,  sind bekannt für ihren ausgeprägten Wirklichkeitssinn, der Touristen dazu verführt, sich nach dem Commissario am Ort seines Wirkens umzusehen: Venedig. Wirklich eine Stadt zum Rundum-Verlieben - wenn man's nicht schon ist. Von der Dachterasse auf Gassen, Gondeln, Kanäle und bröckelnde Fassaden zu blicken - da jauchzt das Herz zum Himmel.

Natürlich werden Donna Leons Bücher verfilmt. In der ARD lief der Streifen am 17.10.02 und das Ermittlungsergebnis ist wirklich stunning… aber mehr wird nicht verraten.

Eine   L e s e p r o b e   als Appetizer:

 

Am nächsten Morgen um acht kamen zwei mit Carabinieri besetzte Geländewagen zum Haus von Doktor Litfin….

Um zehn Uhr traf Doktor Litfin ein, der am Abend zuvor von der Entdeckung in seinem Garten unterrichtet worden und die ganze Nacht von München durchgefahren war. Er parkte vor dem Haus und stieg steifbeinig aus. Hinter dem Haus sah er die unzähligen tiefen Reifenspuren auf dem frischen Rasen, den er vor drei Wochen mit solcher Freude eingesät hatte.

Doktor Litfin hatte die russische Besetzung Berlins miterlebt, und obwohl das gut fünfzig Jahre her war, erinnerte sich sein Körper an den Anblick bewaffneter Männer in Uniform. Er hob beide Hände über den Kopf und blieb stocksteif stehen. "Was machen Sie hier ?" fragte der erste barsch. "Wer sind Sie ?" blaffte der zweite im selben Ton. Die Angst machte Litfins Italienisch unbeholfen: "Io sono… dottor Litfin, sono il padrone…" Die Carabinieri wussten schon, dass der neue Besitzer ein Deutscher war, und der Akzent passte, also liessen sie ihre Waffen sinken, behielten aber den Finger in der Nähe des Abzugs. Litfin verstand das als Erlaubnis, die Hände herunterzunehmen, was er aber ganz langsam tat. Von früher Jugend wusste er, dass Waffengewalt stets vor Recht ging, und so wartete er, bis sie bei ihm waren, jedoch nicht ohne kurz zu den drei Männern auf dem frisch gepflügten Feld hinüberzuspähen, die ebenso versteinert dastanden wie er und nur Augen für ihn und die näherkommenden Carabinieri hatten.

Angesichts des Mannes, der es sich leisten konnte, dieses Haus und das ganze Grundstück drumherum wiederherzurichten, wurden die Carabinieri plötzlich ganz klein, und während sie näherkamen, verschoben sich die Machtverhältnisse. Litfin merkte das und machte es sich zunutze.

"Was soll das hier eigentlich ?" fragte er, wobei er über das Grundstück zeigte und es den beiden Carabinieri überliess, ob sie das auf seinen ruinierten Rasen oder die drei Männer im Hintergrund bezogen. "Auf Ihrem Acker liegt ein Skelett", antwortete der eine…. "Sind Sie Doktor Litfin ?" fragte der Arzt, der schon von dem Deutschen gehört hatte und wusste… Litfin nickte,und als die Antwort des anderen auf sich warten liess, fragte er noch einmal: "Was ist es ?"

"Ein junger Mann in den Zwanzigern, würde ich sagen, antwortete Dr. Bortot und gab seinen Gehilfen gleichzeitig ein Zeichen weiterzumachen. Litfin brauchte einen Moment, um diese kurz angebundene Anwort zu verdaün, aber dann überqürte er die umgepflügte Erde und stellte sich neben den anderen Arzt. Eine ganze Weile sagten beide nichts, während sie Seite an Seite standen und den beiden anderen zusahen, die in der Furche langsam das Erdreich durchsuchten.

Nach einigen Minuten reichte einer von ihnen Dr. Bortot einen weiteren Knochen, den dieser nach einem kurzen Blick ans Ende des zweiten Handgelenks legte. Es folgten zwei weitere Knochen, die beide rasch ihren Platz fanden.

"Da, links von Ihnen, Piazetti", sagte Bortot und zeigte auf einen kleinen weissen Klumpen, der ihm gegenüber aus der Furche hervorlugte. Der Angesprochene bückte sich, um den Knochen aufzuheben, und reichte ihm dem Arzt. Bortot hielt ihn vorsichtig zwischen zwei Fingern, betrachtete ihn kurz und wandte sich an den Deutschen: "Lateralis cuneiformis ?" fragte er.  Litfin spitzte die Lippen und sah den Knochen an, und noch ehe er etwas sagen konnte, reichte Bortot an ihn weiter. Litfin drehte ihn einen Moment hin und her, dann warf er einen Blick auf die Skeletteile, die schon auf der Folie lagen."Möglich, vielleicht der intermedius", antwortete er, mit dem Lateinischen vertrauter als mit dem Italienischen. "Ja, das kann sein", meinte Bortot. Er zeigte auf die Folie, und Litfin bückte sich, um das kleine Stück ans Ende des langen Schienenbeinknochens zu legen.

So standen sie die nächste Stunde zusammen neben der Furche, die der Traktor gezogen hatte. Zwischendurch stellte Bortot einige Fragen nach dem Haus und als Bortot seinen Kollegen fragte, woher er so gut Italienisch spreche, erzählte dieser, dass er seit zwanzig Jahren seinen Urlaub immer in Italien verbringe und im Hinblick auf die Übersiedlung dreimal wöchentlich Unterricht nehme.

Plötzlich fragte Litfin: "Warum meinen Sie, dass es ein junger Mann war?"  Bortot bückte sich, bevor er antwortete, und hob den Schädel auf. "Die Zähne", sagte er und reichte ihn dem anderen.

Aber anstatt die Zähne anzusehen, die in gutem Zustand waren und keine Spuren von Altersverschleiss aufwiesen, drehte Litfin den Schädel mit einem leisen Überraschungsruf um. Hinten in der Mitte, genau über der Vertiefung, in die der noch fehlende erste Wirbel passte, befand sich ein kleines rundes Loch. Er hatte soviele Schädel und Spuren eines gewaltsamen Todes gesehen, dass er weder schockiert noch erschüttert war…… <

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Was mich jubilieren lässt? Aus dem einfachen Autowerkstattbetreiber Litfin, der als "Kronzeuge gegen die Maffia" im "ZDF-Alten" aus Seelenpein Selbstmord begeht  [für den aus Fleisch und Blut undenkbar, allein schon, um der Maffia keinen Grund zu klammheimlicher Freude zu geben], wurde ein veritabler "Doktor Litfin", der seine Pension im schönsten Alpental verfrühstücken geht. Wie "Doktor Kissinger" durch die weihräuchernden US-Medien geistert, obwohl solcherart nur Pastoren [neben Ärzten wegen ihres weissen Kittels] gewürdigt werden; er wird alle Nebelschwaden rund um "Nine-Eleven" beiseiteschieben.