06.03.2003

Wurde einer von Europas heimlichen Herrschern zu Grabe getragen ?

Da stirbt Giovanni Agnelli (zu deutsch: Hansi Lämmle) und Zehntausende trauern um ihn, applaudieren am Strassenrand.  Das Natürlichste der Welt, ausser dass  Nordlichter Applaus am Katafalk als mediterran verabscheuen. Dem FIAT-Ehrenpräsidenten „mit grossem Charisma“, dem Ferrari-Pilot Michael Schumacher und das Juventus Turin Team huldigten – Bolidenstall wie Bolzclub delektierten schließlich den Firmenpatriarchen und Konzernchef seelisch und pekuniär. In der Kathedrale gaben Staatspräsident Ciampi und Ministerpräsident / Medienmogul (eher umgekehrt) Silvio Berlusconi diesem anderen „Senator auf Lebenszeit“ die letzte Ehre [neben dem einen „Lebenslangsenator“ Giulio Andreotti, der gerade wegen Mordanstiftung und Mafiakomplizenschaft zu langjähriger Haftstrafe verurteilt]. Vor dem Turiner Leichentuch jubiliert den Illuminierten der Turiner Kardinal Poletto „für ein halbes Jahrhundert (stand er) wegen seines Prestiges und seiner Fähigkeiten als grosser Unternehmer im Zentrum der Aufmerksamkeit“ (FAZ v. 27.01.2003). Hosianna – die Azurris im Herzen.

Die Regenbogenpresse feiert ihn mehr als illustren Playboy. Gut schaust’s aus, hätte seine Mama zu dem Silberschopf gesagt, wenn sie’s bayerisch gekonnt hätte; sie war italienische Prinzessin. Mit seinem Konzern war er am Ende seines Lateins. General Motors gehörte schon grossteils seine Autoschmiede und weitere Übernahmeoptionen sind vertraglich fest im Buch. Das wollte alles dieser Tage nicht recht vorankommen bei einem 2002-Jahresverlust von 4 Milliarden €  und sein Tod just now als Menetekel. Sein Imperium ist zur Ramschadresse erklärt. Mit besonderer Aura strahlte er auf die Azurris, was neidvoll neidbar. Wie der hl. Simeon, der sich auch seine letzten 30 Jahre auf der berühmten Säule unweit Aleppo von den Beduinen heroisieren ließ. Seitdem sprechen wir von  Säulenheiligen. Hansi Lämmle war die modern-säkulare Spezies davon. Alles mehr oder weniger menschlich. Ganz anderes jedoch haftet.

Das Fernsehen zeigte die Kondolenzen, zwei Königinnen: jene von Windsor und jene von Oranien.  Warum das, fragt man sich spontan, tun sich Lizzy und Trixy das an ?  Giovanni war zweifellos ein „Hans im Glück“, aber kein „Ihresgleichen“?  Etwa ein „hlg. Johannnes“ ? Gewiss nicht. Vielleicht säkularisierte Ausgabe. Also was strahlte, von seiner ‚Aura’, was Luzides ?  Dass zwei Königinnen und dazu nicht irgendwelche kondolierten mit besonderem TV-Applomb, das ist kein Alltagsrodeo ! Schweden, Norwegen und Dänemark stehen schliesslich  mit ihren mediengesonnten Königinnen doch auch nicht ärmlich auf der Weltbühne. Ob sie Giovanni nicht gekannt haben, jedenfalls nicht genug geschätzt ? Während sich alle diese Adligen dem kleinen Mann immerwieder mal traut vereint auf festlichem Präsentierteller zum Augen- und Seelenschmaus darbieten, will solches mit Signore Agnelli nicht in den Sinn. Bloss übersehen? Nein, irgendwann über die Jahrzehnte müsste etwas hängen geblieben sein Ob sich da etwas hinter einem Vorhang abspielte ?

Wirtschaftsfürstliches kann es auch kaum gewesen sein, zumal Italien bekanntlich noch nie zu „Rumsfeld Lieblingen“ (in der Sprache von heute) zählte und der rechtzeitige Schwenk zum Ende von WK II im vorliegenden Zusammenhang witzlos ist. Oder die Oranierin ? Die Holländer sprechen eher dem Genever als dem Topolino aller Klassen zu und anderes wäre auch verquert, wo doch der Kunde König und nicht umgekehrt. Ob sie sich alle nur von gemeinsamer Teatime privatissime kennen, vielleicht  in einer Gemäldegalerie, hinter einem Berg von Bildern, so verschanzt in einem „Bilderberg“ wie der „Alte im Kyffhäuser“ ?

Mit diesem FIAT-Magnaten und Bilderberger Giovanni verbindet sich ein besonderes „Prestige“, wie der Kardinal einsichtig predigte. Ohne besondere Erleuchtung, einer Illumination, wüßte er gewiss nichts davon:  Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden kennt leider nur einen Komponisten Salvatore, der noch bei Donizetti in die Schule ging, also z.Zt. Goethe’s Hinbleichen. Was war es also  bloss ?

Wurde etwa ein heimlicher Herrscher zu Grabe getragen, der alles andere als ein  „Lämmchen“ war ? Die Medien tragen bekanntlich diskret Maulkorb und Scheuklappen, wenn es um die supranationale Souveränität einer intellektuellen Elite und der Weltbanker geht ohne demokratisches Mandat zur Auflösung nationaler Gemeinschaften. Schlimm, mit Sokrates philosophiert, wenn man weiß, daß man nichts weiß. Was ein Bilderberger ist, läßt sich heute glücklicherweise herausfinden als Teil der heimlichen Herrscher dieser Welt [neben CFR. Trilaterale, Club of Rome…] seit 1954, seit man sich im Hotel Bilderberg in Osterbeek (Holland) auf dem Anwesen des später lockheedgeschädigten Prinzen Bernhard und heutigen „betonfrisierten“ Trixy erstmals traf [aufklärerisch Conrad Stein, Die Geheime Weltmacht, Die schleichende Revolution gegen die Völker, ISBN 3-89180-063-0].

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